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wissenschaftlicher Name | englischer Name | deutscher Name
Es wird nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden.

Gelbhaubenkakadu (Cacatua galerita)
engl: Sulphur-crested Cockatoo

Ordnung: Papageien (Psittaciformes)

Familie: Kakadus (Cacatuidae)

Gattung: Kakadus (Cacatua)

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Beschreibung :

Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. galerita:
Größe: 50 cm
Männchen: Grundfarbe weiß; Ohrdecken blaßgelb; Federhaube gelb; Unterflügeldecken und Unterschwanzdecken mit gelblichem Anflug; Basis der Hals- und Wangenfedern gelblich; Augenring weißlich; Iris schwarzbraun; Füße dunkelgrau; Schnabel schwarz
Weibchen: wie Männchen gefärbt, jedoch mit rotbrauner Iris
Jungvögel: eventuell leicht gräulicher Anflug auf Scheitel, Rücken und Flügeldecken; braune Iris bei beiden Geschlechtern, die sich bei Weibchen im Alter von 2-3 Jahren umfärbt

Mathews-Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. fitzroyi:
wie Cacatua g. galerita, jedoch meist ohne blaßgelben Ohrfleck; kein gelblicher Anflug an der Basis der Hals- und Wangenfedern; Augenring schwach bläulich; Schnabel oft etwas breiter

Tritonkakadu / Cacatua g. triton:
wie Cacatua g. galerita, jedoch mit breiterer und eher abgerundeter Federhaube; nackter Augenring blau; meist etwas kleiner (46 cm)

Finschs Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. eleonora:
wie Cacatua g. triton, jedoch mit kleinerem und weniger kräftig wirkenden Schnabel; durchschnittlich kleiner (44 cm)

Unterarten :

1. Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. galerita / Sulphur-crested Cockatoo
2. Mathews-Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. fitzroyi / Mathew`s Cockatoo
3. Tritonkakadu / Cacatua g. triton / Triton Cockatoo
4. Finschs Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. eleonora / Eleonora Cockatoo

Verbreitung :

Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. galerita: Ost- und Südost-Australien, Tasmanien und King-Island; auf Neuseeland eingebürgert

Mathews-Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. fitzroyi: Nord-Australien, vom Fitzroy-Fluß bis zum Golf von Carpentaria (hier Mischzone mit Cacatua g. galerita); alle größeren vorgelagerten Inseln

Tritonkakadu / Cacatua g. triton: Neuguinea und westliche Papua-Inseln; Inseln der Geelvink-Bucht; Goodenough, Fergusson und Normanby; Louisiada-Archipel; Trobriand- und Woodlark Inseln; auf Ceramlaut und Goramlaut sowie den pazifischen Palau-Inseln eingebürgert

Finschs Gelbhaubenkakadu / Cacatua g. eleonora: Aru-Inseln; auf den Kai-Inseln eingebürgert

Lebensweise in freier Natur :

Gelbhaubenkakadus bewohnen Wälder, offene Waldzonen, Waldränder und halbtrockene Gebiete mit Baumbestand. Ihr Lebensraum erstreckt sich in Höhen von bis zu 1500 Metern, örtlich sind die Kakadus auch in Höhen von bis zu 2400 Metern anzutreffen. Der Status dieser Art wird als durchweg häufig eingeschätzt, örtlich wurden die Bestände jedoch durch den Fang und die Jagd dezimiert. Außerhalb der Brutzeit leben Gelbhaubenkakadus paarweise oder in kleinen Gruppen mit bis zu 30 Vögeln. In Australien kommt es häufig auch zur Bildung größerer Schwärme, die aus hunderten Individuen bestehen können. Als Schlafplätze werden hohe, möglichst an Waldrändern gelegene Bäume bevorzugt. Bei Sonnenaufgang fliegen die Vögel laut kreischend zur Wasserstelle und anschließend zu den Nahrungsgebieten. Die heißen Mittagsstunden verbringen Gelbhaubenkakadus im Schatten der Baumkronen. Abends fliegen die Tiere wieder zurück zu den Schlafbäumen, wo sich die Paare durch lautes Gekreische und kleine Streitereien jeweils den besten Schlafplatz sichern wollen. Meist herrscht erst bei Einbruch der Dunkelheit Stille. Örtlich unternehmen die Gelbhaubenkakadus im Winter und im Sommer vertikale Wanderungen. Die in Neuguinea lebenden Gelbhaubenkakadus zeigen sich meist nur wenig scheu, die australischen Vögel besitzen dagegen eine große Fluchtdistanz. Da sie oft von den Farmern bejagt werden, sind die Kakadus hier sehr vorsichtig geworden. Zur Nahrungssuche bleiben immer einige "Wächter" auf erhöht gelegenen Sitzästen, während der Rest des Schwarmes am Boden frißt. Bemerkt einer dieser "Wächter" eine potentielle Gefahrenquelle, stößt er einen Alarmruf aus, woraufhin sich der gesamte Schwarm in die Luft begibt. Das Futter der Gelbhaubenkakadus besteht aus Samen (z.B. Gras- und Distelsamen), Früchten, Beeren, Nüssen, Knospen, Blüten, Insekten und deren Larven. Die Tiere fallen regelmäßig in Anbaugebiete ein, weshalb sie wie erwähnt oftmals verfolgt und getötet werden. Die Brutzeit liegt im südlichen Australien zwischen August und Jänner, in Nord-Australien zwischen Mai und September und in Süd-Neuguinea zwischen August und November. In Nord-Neuguinea verschiebt sich der Beginn der Brutzeit in die Monate Februar bis März. Als Brutplätze finden gelegentlich auch Felshöhlen Verwendung, möglichst hoch gelegene Baumhöhlen werden jedoch bevorzugt. Es wurden Nester in Höhen von 3,6 bis 30 Metern gefunden. Oft befinden sich die Brutbäume in der Nähe einer Wasserstelle. Innerhalb der Höhle dient meist eine Schicht aus Holzmulm und abgebissenen Holzspänen als Unterlage. Das Gelege besteht aus 2-3 Eiern, welche von beiden Partnern etwa 30 Tage lang bebrütet werden. Nach 10 Wochen fliegen die Jungvögel aus.

Haltung in Menschenobhut :

Zur Unterbringung von Gelbhaubenkakadus empfiehlt sich eine Voliere mit den Maßen 6m x 2m x 2m (Länge x Breite x Höhe). Die Voliere muss unbedingt aus einem Metallgerüst und einem starken Drahtgeflecht bestehen, da andere Materialien den Schnäbeln der Kakadus nicht lange Stand halten. Im Winter sollten Gelbhaubenkakadus bei mindestens 5 Grad gehalten werden. Bei der geplanten Außenhaltung ist zu beachten, dass Gelbhaubenkakadus eine sehr laute Stimme besitzen, die sie vorzugsweise in den frühen Morgenstunden hören lassen. Für die Einzelhaltung bzw. Käfighaltung sind Gelbhaubenkakadus ungeeignet, sie benötigen viel Flugraum und sollten immer Kontakt zu Artgenossen halten können. Bei ungeeigneten Haltungsbedingungen neigen Kakadus sehr zu verschiedenen Verhaltensstörungen, wie z.B. dem Federrupfen und Dauerschreien. Anfangs sind die Vögel meist etwas scheu, mit der Zeit werden die Paare jedoch immer zutraulicher. Gelbhaubenkakadus besitzen ein ausgeprägtes Nagebedürfnis und sollten daher ständig entsprechend starke Zweige und auch morsches Holz als Beschäftigungsmaterialien vorfinden. Gelegentlich sollten die Tiere abgeduscht werden.

Zucht in Menschenobhut :

Die Zucht des Gelbhaubenkakadus gelingt regelmäßig. Zur Brut sollten die Paare aufgrund des ausgeprägten Territorialverhaltens von anderen Tieren isoliert bzw. in einem sehr großen Gehege gehalten werden. Aufgrund der gesteigerten Aggressionsbereitschaft der Hähne sollten sich zahlreiche Ausweich- und Versteckmöglichkeiten in der Voliere befinden, damit das Weibchen gegebenenfalls flüchten kann. Eventuell kann es nötig werden, dem Hahn während der Brutzeit die Schwingen zu kürzen, damit er langsamer bzw. etwas unbeholfener fliegt als das Weibchen. Manche Züchter verwenden auch Nistkästen mit zwei Ausgängen, damit die Hennen stets ausweichen können. Maße für den Nistkasten: 40 cm x 40 cm x 100 cm. Meist werden Naturstammnisthöhlen bevorzugt, die einen Durchmesser von etwa 25 cm besitzen sollten. Da Gelbhaubenkakadus die Bruthöhle mitunter sehr stark mit ihren Schnäbeln bearbeiten, können die Ränder des Einschlupfloches mit Metallblenden verstärkt werden. In dem Fall sollte jedoch reichlich anderes Nagematerial gereicht werden. Es kommt gelegentlich vor, dass die Kakadus beim Einsteigen in den Nistkasten auf das Gelege springen und dabei die Eier zerstören, weshalb viele Züchter die Kästen etwas schräg anbringen. Das Gelege besteht aus 2-3 Eiern, die Brutzeit beträgt 29 Tage. Nach 9-10 Wochen fliegen die Jungvögel aus. Auf häufige Nestkontrollen reagieren Gelbhaubenkakadus oftmals etwas empfindlich, sie sollten daher möglichst wenig gestört und in einer möglichst ruhigen Umgebung untergebracht werden.

Ernährung in Menschenobhut :

Körnerfutter, welches vor allem zur Brutzeit gekeimt gereicht werden sollte, stellt die Grundnahrung dar und sollte in etwa 50-60% der Gesamtfuttermenge ausmachen. Das Grundfutter kann sich z.B. aus folgenden Sämereien zusammensetzen: Dari, Kardi, Kürbiskerne, Kiefernsaat, Weizen, Rohreis, Buchweizen, Leinsaat, Hanfsaat, Haferkerne, Kanariensaat, Paddy-Reis, Milokorn. Nüsse können ab und zu in kleinen (!) Mengen angeboten werden, jedoch muss man immer auf die Qualität (Verpilzungsgefahr!) achten. Neben dem Körnerfutter benötigen die Tiere unbedingt Frischkost in Form von Obst, Gemüse und Grünfutter. Zur Fütterung geeignete Sorten sind z.B. Apfel, Birne, Banane, Mandarine, Orange, Mango, Mandarine, Erdbeere, Himbeere, Ananas, Paprika, Gurke, Karotte, rote Beete, Kresse, Vogelmiere, Gras, Löwenzahn, etc. Neben Frischkost und Körnerfutter sollte ab und zu diverses Zusatzfutter, wie z.B. frische Obstbaumzweige, Mineralstoffgaben, Grit, tierisches Eiweiß (vor allem während der Brutzeit!), halbreife Maiskolben oder auch Hirsekolben gereicht werden. Kakadus nehmen unbekannte Nahrung meist nur sehr zögerlich an, man sollte die betreffenden Futtermittel immer wieder anbieten.

Literatur :

Bücher:

Kakadus - Robiller, Franz - Urania Verlag, 1992 - ISBN 3332005049
Kakadus - Lantermann, Werner - GU-Verlag, 1988 - ISBN 3774234493
Kakadus - Hoppe, Dieter - Ulmer, 1986 - ISBN 3800171554
Kakadus - Diefenbach, Karl - Horst Müller Verlag, 1982 - ISBN 3923269064
Kakadus und ihre Welt - Strunden, Hans - Hort Müller Verlag, 1989 - ISBN 3923269307

Zeitschriften:

Vogels, Dieter Dr. - Zur Situation des Gelbhaubenkakadus - Papageien 7/97
Clausen, Jörg - Nahrungsaufnahme bei Nasenkakadus, Grossen Gelbhaubenkakadus und Rosakakadus - Papageien 2/1995
Meyerhofer, Christian - Der Gelbhaubenkakadu - Papageien 3/92

Betreuer: Doris Widtmann - Homepage
Letzte Änderung dieser Seite: 03 August 2001 05:05 Uhr

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